Was sie ist, was sie leistet, wie wir sie bauen
Kommunen, Behörden und Unternehmen arbeiten täglich mit Geodaten: Straßen, Leitungen, Grünflächen, Flächennutzungspläne, Katasterinformationen. Diese Daten liegen jedoch oft in Insellösungen, unterschiedlichen Formaten, getrennten Systemen, keiner gemeinsamen Sprache. Wer Daten zusammenführen will, kämpft mit manuellen Exporten und Abgleichen.
Eine Geodateninfrastruktur (GDI) löst dieses Problem grundlegend. Sie ist ein vernetztes System aus Geodaten, standardisierten Diensten, Metadaten, Zugangsoberfläche und gemeinsamen Regelwerken, mit dem Ziel, Geodaten auffindbar, zugänglich, kombinierbar und dauerhaft nutzbar zu machen.
Komponenten einer GDI
- Geodaten: Fachinhalte mit Raumbezug: Karten, Messwerte, Sachdaten
- Geodatendienste: Standardschnittstellen (z.B. WMS, WFS, OGC API) für Abruf und Verknüpfung
- Metadaten: Beschreibungen: Wer hat was erstellt, wann, in welcher Qualität?
- Geoportal: Zentrale Zugangsoberfläche für Nutzer und Öffentlichkeit
- Standards & Regelwerke: Technische und organisatorische Vereinbarungen für Interoperabilität
Wie profitiert man von einer GDI
- Einmal pflegen – überall nutzen: Ohne GDI werden dieselben Daten in mehreren Systemen parallel gepflegt. Eine GDI schafft eine gemeinsame, immer aktuelle Datenbasis – für alle Fachbereiche einer Kommunalverwaltung ebenso wie für alle Abteilungen eines Unternehmens oder Teams einer Forschungseinrichtung.
- Teams und Abteilungen vernetzen: Querauswertungen, die früher Wochen dauerten, werden zur Routineabfrage. Ob Tiefbau und Stadtplanung in einer Verwaltung oder Planung, Außendienst und Asset-Management bei einem Energieversorger oder Infrastrukturbetreiber – alle teilen dieselbe aktuelle Kartensicht.
- Pflichten erfüllen, Risiken steuern: Öffentliche Stellen sind an INSPIRE-Richtlinie, GeoZG und Open-Data-Verpflichtungen gebunden. Unternehmen unterliegen je nach Branche Berichtspflichten, Konzessionsauflagen und eigenen Compliance-Anforderungen. Eine GDI schafft die technische Grundlage, um diese Anforderungen dauerhaft und effizient zu erfüllen.
- Investitionen schützen: Geodaten sind teuer in der Erhebung – in Kommunen wie in Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Offene Standards stellen sicher, dass diese Investitionen nicht in proprietären Systemen eingeschlossen bleiben und jederzeit weitergenutzt werden können.
Unsere Leistungen
- Beratung & Konzeption: Bestandsaufnahme vorhandener Geodaten, Systeme und Prozesse; Anforderungsanalyse aus Fachbereichen, IT und Leitung; Konzeption der Zielarchitektur – technisch und organisatorisch; Umsetzungsplan mit realistischem Zeit- und Kostenrahmen; Begleitung von der Ausschreibung bis zur Abnahme.
- Aufbau & Implementierung: Installation und Konfiguration der GBD WebSuite; PostGIS-Datenbankaufbau; OGC-konforme Dienste (WMS, WFS, WMTS, OGC API); Metadatenkatalog; INSPIRE-konforme Dienste; Integration in Active Directory/SSO.
- Datenmigration & Integration: Migration aus proprietären Altsystemen (z.B. ArcGIS, MapInfo, AutoCAD); Anbindung von Fachverfahren und ERP-Systemen über REST-API; mobile Felderfassungslösung mit QField.
- Schulung & Wissenstransfer: Anwender-, Redakteur- und Administratortraining – praxisnah, auf Ihre konkrete Konfiguration zugeschnitten, vor Ort oder remote.
- Laufender Betrieb & Support: Updates, Monitoring, Fehleranalyse mit definierten Reaktionszeiten; flexible Modelle von der Basis-Rufbereitschaft bis zum vollständigen Managed-Service-Betrieb.
Welche Kern-Applikationen nutzen wir
- GBD WebSuite (eigene Entwicklung, AGPL-lizenziert): unsere WebGIS-Plattform für interaktive Kartenanwendungen im Browser, OGC-Dienste, Digitalisierung, feingranulare Rechteverwaltung, Docker-Deployment.
- QGIS: Desktop-GIS für Erfassung, Analyse, Kartografie und Qualitätssicherung; QGIS-Projekte fließen direkt in die GBD WebSuite. Otto Dassau war 2007–2016 im QGIS Project Steering Committee.
- QField: Mobiles GIS für iOS, Windows, Linux und Android; mobile Erfassung offline-fähig, GPS-gestützt, nahtlose Synchronisation in die zentrale PostGIS Datenbank.
- PostgreSQL / PostGIS: räumliche, relationale Datenbank als Herzstück jeder GDI: zentrale Datenhaltung, räumliche SQL-Abfragen, Mehrbenutzerbetrieb, Transaktionssicherheit.
Welche Betriebsmodelle sind möglich
- Integration in die bestehende IT-Infrastruktur: Das ist unser Standardweg: Wir installieren und konfigurieren die GDI gemeinsam mit der IT-Abteilung des Kunden oder dessen IT-Dienstleister. Verantwortlichkeiten bleiben klar getrennt; GBD konzentriert sich auf die GDI, die IT-Infrastruktur bleibt in vertrauten Händen.
- Serverbetrieb beim Hosting-Provider: Für Kunden ohne eigene IT oder IT-Dienstleister: Der Kunde mietet passende Server bei einem Provider (z. B. Hetzner), GBD übernimmt Installation der GDI und die notwendige Serverkonfiguration. Diese Option ist möglich, aber nicht bevorzugt. Wir sind GDI-Spezialisten, keine IT-Dienstleister und empfehlen daher, die Infrastruktur langfristig in eigene oder professionelle IT-Hände zu legen.
Beispiele aus der Praxis
Unsere GDI-Projekte reichen von Kommunalverwaltungen und Behörden über Versorgungsunternehmen und Infrastrukturbetreiber bis zu Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen. Drei Beispiele:
- GDI LK Marburg-Biedenkopf
- GDI Portal für OGC- und INSPIRE Dienste LK Marburg-Biedenkopf
- GDI LK Mittelsachsen
- GDI Stadt Wesel
- GDI Ampyr Solar