Mit dem Release von QGIS 4.0 „Norrköping“ am 6. März 2026 hat das QGIS-Projekt einen technologischen Meilenstein erreicht. Für Anwender stellt sich nun die wichtige Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Umstieg oder bietet die bewährte 3er-Serie weiterhin die nötige Sicherheit? Wie sieht die aktuelle Roadmap aus und welche Empfehlungen ergibt sich daraus für Ihre Systemlandschaft.
QGIS 3.44 „Solothurn“: Der finale Ankerpunkt der 3er-Serie
Gleichzeitig mit dem Start der neuen Generation wurde QGIS 3.44.8 als aktuelles Long Term Release (LTR) bereitgestellt. Wichtig für Ihre Planung: QGIS 3.44 ist offiziell das letzte LTR der 3.x-Serie. Es markiert den technologischen Abschluss einer Ära und bündelt alle stabilisierten Funktionen, die über die letzten Jahre entwickelt wurden.
Für Organisationen, die auf maximale Zuverlässigkeit und eine reibungslose Plugin-Kompatibilität angewiesen sind, bleibt QGIS 3.44 damit bis weit in das Jahr 2026 hinein die empfohlene Version für den produktiven Einsatz.
QGIS 4.0: Performance und Moderne unter der Haube
Der Sprung auf Version 4.0 ist primär technischer Natur: Die Migration auf das moderne Qt6-Framework ermöglicht eine bessere Unterstützung für hochauflösende Bildschirme (High-DPI), gesteigerte Rendering-Performance und erhöhte Sicherheitsstandards.
Trotz des Fokus auf die Architektur bringt „Norrköping“ auch über 100 neue Funktionen mit, darunter:
- Echter Globe-Modus: Eine integrierte 3D-Globus-Ansicht für globale Datensätze.
- Erweiterte Punktwolken-Unterstützung: Direkter Export in das Cloud Optimized Point Cloud (COPC) Format.
- Optimierte Geometrie-Editierung: Neue Werkzeuge für das intuitive Verschieben und Ändern von Liniensegmenten.
Welche Version für welchen Zweck?
Die Entscheidung für eine Version sollte sich nach Ihren spezifischen Anforderungen richten:
- Produktivumgebungen (Verwaltung & Analyse): Bleiben Sie bei QGIS 3.44 LTR. Die Stabilität ist hier garantiert und alle gängigen Python-Plugins funktionieren gewohnt zuverlässig.
- Test- und Entwicklungssysteme: Installieren Sie QGIS 4.0 parallel (unter Windows z. B. über den OSGeo4W-Installer), um die Kompatibilität Ihrer eigenen Skripte und Workflows zu prüfen.
- Plugin-Check: Beachten Sie, dass viele Drittanbieter-Plugins aufgrund des Wechsels auf Qt6 erst aktualisiert werden müssen. Inkompatible Erweiterungen werden in QGIS 4.0 derzeit oft noch als „rot“ markiert.
Wann folgt das erste LTR der 4er-Serie?
Der Übergang wird laut offizieller Roadmap schrittweise erfolgen und Änderungen im Zeitplan sind nicht ausgeschlossen. QGIS 3.44 wird voraussichtlich bis Oktober 2026 als primäres LTR gepflegt. Zu diesem Zeitpunkt wird mit QGIS 4.2 das erste Long Term Release der neuen Generation erwartet, welches dann QGIS 3.44 in den stabilen Repositories ablösen soll.
Wenn Sie Fragen zur Migration haben oder Unterstützung bei der Anpassung Ihrer QGIS-Infrastruktur benötigen, stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
Um auf dem aktuellen Stand zu sein, lohnt sich immer wieder der Abgleich mit der Roadmap des QGIS Projekts.